Veranstaltungen 2022

in der Gedächtniskirche Rosow
Sonntag, 8. Mai 2022
14:00 Uhr

Deutsch-Polnischer Gottesdienst

Zum 77. Jahrestag des Kriegsendes und anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins Gedächtniskirche Rosow – Ort für Versöhnung und Zusammenarbeit e.V.

Sonntag, 8. Mai 2022
16:00 Uhr

Kleines Konzert

mit dem Women String Trio (Stettin):
Dorota Witkowska – Violine
Edyta Prątnicka – Viola
Natalia Wesołowska – Violoncello
und
Tomasz Witkowski – Piano

Sonntag, 12. Juni 2022 15:00 Uhr

Kammerchor der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule “Fr. W. von Reden“

Programm:
Kompositionen aus verschiedenen Jahrhunderten

Leitung: Dorothea Janowski
16:00 Kaffee und Kuchen

Eintritt frei – Spende erbeten

Samstag, 10. September 2022, 15:00 Uhr

Kammerchor der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule “Fr. W. von Reden“

Programm
von Alter Musik bis Irish Folk und Tango

Mitwirkende:
Katharina Glös, Blockflöte
Marek Stawniak, Akkordeon
Dorothea Janowski, Piano und Leitung

16:00 Kaffee und Kuchen
Eintritt frei – Spende erbeten

14:00 Uhr

Deutsch-Polnischer Gottesdienst

Zum 77. Jahrestag des Kriegsendes
und anlässlich des 20-jährigen Bestehens des
Fördervereins Gedächtniskirche Rosow
Ort für Versöhnung und Zusammenarbeit e.V.

mit dem
Women String Trio (Stettin)

Liturgen:
Pfr. Axel Luther (Berlin)
Bischof i.R. Ryszard Bogusz (Breslau)

Danach Kaffee und Kuchen
Spende erbeten

Predigttext

Liebe Schwestern und Brüder aus Polen und Deutschland!
Heute muss ich - und müssen wir wohl alle - an die Verheißung Jesu Christi in seiner "Predigt auf dem Berge" (Bergpredigt) denken: "Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes (Matthäus 5 Vers 9). Denn der heutige Tag, der 8. Mai, hat für uns Polen und Deutsche eine besondere Bedeutung: Er erinnert uns an das Ende des 2. Weltkrieges. Er hat mit dem Überfall Deutschlands auf Polen am 1 September 1939 begonnen. Das Leid und Verbrechen, das in deutschem Namen in Polen und vielen anderen Ländern Europas geschah, kam nun, am 8. Mai 1945, zum Ende.
Heute, nach 77 Jahren, an diesem Tag der schrecklichen Erinnerung, begegnet uns eine wunderbare biblische Verheißung „Gott hat euch berufen aus der Finsternis in sein wunderbares Licht."
Es ist die heutige Losung der Herrnhuter Brüdergemeine. Sie steht im 1 Brief des Apostels Petrus im Kapitel 2 Vers 9.
Die Finsternis des 2. Weltkrieges liegt nun sehr lange zurück. Ich bin zwar im Krieg geboren, im April 1943. Aber ich habe keine eigenen Erinnerungen an diese schreckliche Zeit. Welch eine Gnade, ein langes Leben in einer Heimat im Frieden leben zu dürfen!
Meine Mutter war in Pommern geboren, mein Vater in der Provinz Posen. Ich habe die Dörfer ihrer Heimat besucht, als dies für uns Berliner möglich wurde. Objazda ("Wobesde") und Biernatowo ("Ascherbude").
1981 gab es wirtschaftliche Schwierigkeiten in Polen. Meine Frau Gisela regte zum Erntedankfest an, Hilfe nach Polen zu bringen. Am 16. Dezember brachte ich gemeinsam mit dem Kirchenältesten Hans-Joachim Dunkel einen Hilfstransport nach Szczecin/Stettin, genauer- zu Pfarrer Meyer in der Ulica Energetikow. Es war gerade "Kriegszustand" (stan wojenny we Polsce).
Am 14. April 1982 fuhr ich mit dem Kirchenältesten Wolfgang Qualitz zu Prof Jan Niemczyk in der Ul. Miodowa nach Warschau/Warszawa. Er hat mir das Neue Testament in polnischer Sprache geschenkt. Es begleitet mich seitdem!

Und am 22. Juni 1982 kamen Herr Dunkel und ich zu Pfarrer Bogusz, nun Bischof Ryszard Bogusz nach Breslau/Wroclaw. So entstand eine "Brücke des Friedens und der Versöhnung“ (Most Pokoju i Pojednania).
Unser gemeinsamer polnisch-deutscher Gottesdienst heute und hier ist ein Geschenk Gottes, ein kostbares Geschenk. Das war unsere Hoffnung für heute!
Aber seit dem 24. Februar ist etwas Schreckliches geschehen. Kann man das Grauen in Worte fassen, das die Menschen in der Ukraine erleben? Seit mehr als zwei Monaten bringen Soldaten und Bomben Leid und Tod über ein ganzes Land. Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten und Wohnhäuser werden absichtlich dem Erdboden gleichgemacht. Viele Menschen werden umgebracht. Millionen Menschen sind geflohen. Sie finden Hilfe und Aufnahme in Polen und weiteren Nachbarländern, auch in Deutschland.
Nun liegt die Freude des Osterfestes hinter uns. Wir gehen auf das schöne Pfingstfest zu. Nach dem Schnee des Winters erleben die Menschen das Wieder-Erwachen der Natur- die Schönheit der Blumen, das Singen der Vögel. Und in der Ukraine hören und erleben die Menschen das Grauen und den schrecklichen Lärm des Krieges.
Wir können den Menschen helfen, denen es gelingt, dem Krieg zu entrinnen.
Aber was können wir für die Menschen tun, die in der Heimat bleiben?
Können wir uns am Krieg beteiligen??? Sollen wir das tun ??? Wie ???
“Selig sind die, die den Frieden schaffen!" - So sagt Jesus damals den Frauen und Männern. Seine Worte gelten auch uns heute.
Und heute begegnet uns auch die Losung aus Herrnhut: die wunderbare biblische Verheißung will uns Mut machen:
Gott hat euch berufen aus der Finsternis in sein wunderbares Licht. (1 Petrus 2, 9)
Im Gottesdienst entzünden wir die Kerzen in der Kirche. Sie erinnern uns an die Worte Jesu: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben."
In der Finsternis des Krieges entzünden wir mit unserem Gebet ein Licht des Friedens. Das ist der Weg der Liebe Gottes in unserem Leben.
In seinem Hohelied der Liebe hat der weise König Salomo verheißen: "Die Liebe ist stark wie der Tod.“ Genau - genauer- “Die Liebe ist stärker als der Tod!"(Das Hohelied Salomos Kap. 8 Vers 6)

Nota Bene

Wir bedauern sehr,

dass die deutsch-polnische Zusammenarbeit nicht weiter intensiviert werden konnte.
Auf der polnischen Seite fehlen uns Prof. Dr. Bogdan Matławski (verstorben am 14. Okt. 20) und
Prof. Dr. Cezary Korzec (Aufgabe seines Wohnsitzes in Rosow). Beide haben sich engagiert mit Ideen
eingebracht. Nach der Versetzung von Ks. Jerzy Brosławik in eine andere Pfarrstelle haben wir
von einem Nachfolger bisher noch nichts gehört.

Unsere Versuche, Konzepte für Online-Veranstaltungen zu entwickeln, haben wir sehr schnell u. a.
wegen unserer unzureichenden technischen Voraussetzungen, wegen der räumlichen Entfernungen
der vielen Beteiligten (Künstler, Techniker etc,) und des Fehlens eines Publikums aufgegeben. Wir sind
aber dankbar, dass Dr. Michał Kulik, der seit über 14 Jahren unsere Veranstaltungen medial
begleitet und uns dolmetschend unterstützt, sich auch weiterhin als überzeugter Demokrat und Europäer
mit seinem Bruder Paweł Kulik und uns zusammen für die deutsch-polnische Zusammenarbeit engagiert.
Belegt werden die Arbeiten der beiden Kulik-Brüder durch eine Reihe von Dokumentationen, auf
die wir bereits im letzten Jahr hingewiesen haben. Der Moderator unserer Homepage, Burkhard Lau,
hat jetzt den Zugang zu ihnen durch einen Hinweis auf der Startseite in mühevoller Arbeit erleichtern
können.

Wünsche und Aussichten für 2022

Seit 2 Jahren werden wir mit einem Virus konfrontiert, das uns ungeduldig werden lässt und unterschiedlichste Spuren hinterlässt. Schade, dass durch die Korona-Leugner die Situation nicht gerade besser wird, schön ist, dass viele sich impfen und boostern lassen und sich an die gängigen Schutzmaßnahmen halten. 

So können wir von ganz kleinen Lichtblicken sprechen:
Alexander Danko (Bajan) & Elena Danko (Gesang) präsentierten eine breite Palette an russischen Volksliedern und traditioneller russischer Musik.
Der Gottesdienst am Heiligabend fand, wie in den letzten Jahren, bei widrigen Wetterverhältnisse im Außenbereich statt.

Bleibt uns, dass wir 2022 ein glücklicheres Jahr haben werden. Für dieses wünsche ich allen Rosow Freunden vor allem gute Gesundheit und Zufriedenheit. Mögen die gesteckten Ziele in Erfüllung gehen, so dass wir uns bald in Rosow wiedersehen.

Mit dieser Zuversicht gibt es vorsichtige Öffnungen für Veranstaltungen, zu denen wir herzlich einladen.


Burkhard Lau
Moderator