Zeitschiene

Koncert/Konzert W Salonie musycznym / Im Musiksalon

Sobota/Samstag, 17. Marca/März 2018, 18:00 Uhr 

Mit ”Per Crucem“ war von ksiądz prof. dr hab. Cezary Korzec zu einem Liederabend in der Passionszeit am 17. März 2018 in die Räumlichkeiten seines Hauses ”Bibelgarten”, der ehemaligen Gaststätte in Rosow, eingeladen worden. Etwa 50 Besucherinnen und Besucher – darunter 18 Deutsche – waren gekommen. Sie erlebten ein gut 1-stündiges Konzert, das musikalisch den 14 Stationen nachspürte, mit denen heute der Leidensweg Jesu von der Verurteiling bis zur Kreuzigung nicht nur beschrieben wird, sondern auch in seiner Bedeutung für die Gläubigen immer wieder aufs Neue bewusst gemacht werden soll. Dieser sog. Kreuzweg, von dem nur 9 Stationen biblisch belegt sind, hat besonders in der römisch-katholischen Kirche eine lange Tradition. Er wird dort in den meisten Kirchen bildlich dargestellt und sehr häufig durch Prozessionen in der Passionszeit singend und betend nachverfolgt. In der evangelischen Kirche haben Kreuzweg-Betrachtungen, -Andachten oder -Konzerte – besonders am Karfreitag – erst in der neueren Zeit eine immer stärkere Bedeutung gewonnen. Der Liederabend führte gleichsam ein ökumenisches Publikum zusammen. Cezary Korzec hatte ihn sehr engagiert und mit großer Sorgfalt vorbereitet. Von ihm ausgewählte Bibeltexte, die einen Bezug zum Inhalt der einzelnen Lieder herstellten, wurden vor der jeweiligen Darbietung polnisch und deutsch vorgelesen. Gesungen wurden u. a. Stücke von 

  • Felix Mendelssohn Bartholdy: Sopran-Arie „Jerusalem, die du tötest die Propheten“ aus dem Oratorium „Paulus“
  • Mieczysław Karłowicz: Die Arien „ Smutną jest dusza moja“ (Meine Seele ist traurig) und „ Przed nocą wieczną (Vor der ewigen Nacht)“,
  • Johann Sebastian Bach: Sopran-Arie „ Bist du bei mir, geh’ ich mit Freuden zum Sterben“,
  • Gabriel Fauré: Sopran-Arie „Pie Jesu“ (Gütiger Jesus) sowie Bariton-Arie „Libera me Domine“ (Rette mich, Herr), beide aus dem Requiem op. 48, dem einzigen größeren Werk des Komponisten mit religiösem Inhalt,
  • Edward Pałłasz: 3 Lieder für Mezzosopran (Alt) „ Matki człowieczej lament“ (Mütter klagen), „Homo viator" {Ein Reisender) und „Naucz mnie Panie" (Lehre mich, Herr),
  • Franz Schubert: Sopran-Arie „Vom Mitleiden Mariä“ und
  • Ludomir Różycki: „Aria Lukrecji z opery "Beatrix Cenci“ (Arie der Lukrecia aus der Oper "Beatrix Cenci“).

Dargeboten wurden die Lieder im Wechsel von Agata Brodzińska (Sopran), Angelika Naguszewska (Mezzosopran) und Ireneusz Naguszewski (Bariton). Alle Drei – besonders aber die beiden Sängerinnen – überzeugten stimmlich und durch die einfühlsame Interpretation ihrer Stücke. Am Flügel wurden sie überzeugend professionell von Małgorzata Wielgolinska begleitet. Das Konzert endete an Stelle eines Gebets in beeindruckender Weise mit dem von ks. Korzec und den Künstlern angestimmten meditativen Taizé-Gesang: “Adoramus Te Christe” (Christus, wir beten dich an), in das dann auch alle Besucherinnen und Besucher einstimmten. Die konzentrierte Aufmerksamkeit während des Konzerts und die kurze Stille nach dem gemeinsamen Gesang lösten sich erst durch einen spontanen Applaus für die Künstler, denen von einem Jugendlichen aus der Gemeinde als Anerkennung und Dank eine Rose überreicht wurde. Der Abend wurde mit intensiven Gesprächen bei Kaffee und Kuchen beschlossen, wozu Cezary Korzec eingeladen hatte. Ihm und seinen unsichtbaren Helferinnen und Helfern gilt an dieser Stelle ein besonderes Dankeschön. KS

Rosow feiert seinen 775. Geburtstag

Mit einem ökumenischen deutsch-polnischen Festgottesdienst wurden die Jubiläumsfeierlichkeiten in Rosow eingeleitet. Viele Bürgerinnen und Bürger nahmen sich die Zeit, um an dieser Veranstaltung in der Gedächtniskirche Rosow teilzunehmen. Pfarrer i.R. Oswald Wutzke und Ksiądz prof dr Cezary Korzec leiteten den Gottesdienst, beide wurden unterstützt durch die Lektoren Dr. Elke Kaddatz, Schönfeld, und Holger Miethling, Gartz/O. In seiner Festpredigt entwickelte Pfarrer Wutzke mit einem Blick zurück die Herausforderungen für die Zukunft. Im friedlichen Miteinander ist Versöhnung nur möglich. Ein christlicher Akzent, der seine Aktualität auch in der Neuzeit nicht verlieren wird. Seine Botschaft übermittelte Wutzke auch an die polnischen katholischen Mitbewohner, denen er, stellvertretend durch Ksiądz prof dr Cezary Korzec, Rosow, das Band der Freundschaft verlieh. Die gleiche Würdigung erhielt Ortsvorsteher Karl Lau für seine Verdienste für Rosow und insbesondere für seine Initiative zur Vorbereitung dieses Jubiläums. Den musikalischen Rahmen übernahmen Diplom-Musikerin Dagmar Budnick, Angermünde (Orgel) und Karsten Scheller (Cello) mit Stücken von Diana Małgorzata Sienkiewicz: Przebudzenie (Erwachen) und Wspomnienie (Erinnerungen).

Am Ende des Gottesdienstes gab es Grußworte des Vorsitzenden des Fördervereins Karl Lau und des Bürgermeister Wilfried Burghardt. Eine besondere Ehrung für ihre Einsätze bei der Feuerwehr Rosow erhielten Siegfried Döbler und Wolfgang Sybitzki vom Vorsitzenden des uckermärkischen Feuerwehrverbandes Lutz Timm: Sie bekamen die goldene Ehrennadel für ihre langjährigen Verdienste. 

Der Festumzug

Ein kleines Dorf im nördlichsten Zipfel der Uckermark, Ortsteil der Gemeinde Mescherin feiert vier tolle Tage. Rosow begeht sein 775-jähriges Bestehen, und seit dem 10. Mai wird dort gefeiert. Eine Herrentagsparty mit kleinen Wettkämpfen macht am Donnerstag den Anfang.

Nach der Eröffnung der Feierlichkeiten am Freitag mit dem Festgottesdienst konzentrierte sich die Aufmerksamkeit auf die Aktivitäten am Samstag. Ein Festumzug stand an, der pünktlich um 12 Uhr begann. Die Durchgangsstraße wurde eigens für diesen Höhepunkt des Tages gesperrt. Viele hundert Zuschauer säumten die Straße. Immer mehr Besucher strömten herbei, um das wunderschön geschmückte Dorf mit dem gemütlichen Festplatz und den vielen Attraktionen für Groß und Klein zu erleben.

Die Mitwirkenden des Festumzuges, alle Bewohner des Dorfes Rosow, die die geschichtliche Entwicklung des Dorfes Rosow seit der urkundlichen Erwähnung von 1243 bis heute darstellten, wurden begeistert von den Hunderten von Zuschauern bejubelt. Die Moderatorin Haike Fleischmann begrüßte alle Gruppen des Umzuges sehr herzlich und kommentierte die Hintergründe der jeweiligen historischen Bilder. Ksiądz prof dr Cezary Korzec übersetzte das Deutsche sofort ins Polnische .

Angeführt wurde der Festumzug von der Schalmeienkapelle Rossow. Das Mittelalter wurde dargestellt von Ritter Andreas, Armbrustschützen und Dudelsackspielern, die später wie die Landiner Garde im Festbereich ihre Lager aufschlugen. Die Bauern waren ebenso vertreten wie das Handwerk und Schulkinder, historische Feuerwehrtechnik und das Gramzower Eisenbahnmuseum.

An die schweren Kriegsjahre erinnerten Männer in Uniformen und die Flüchtlinge in ihren Trecks. Hebamme Tabbert, die noch viele Rosower in Erinnerung haben, half in Rosow vielen Kindern zur Welt, sie verband mit den Neugeborenen in der Nachkriegszeit eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Geschichte der Landwirtschaft mit Bauern und Siedlern, der LPG Frieden Neurosow, DDR-Mähdreschern der MAS spielte eine große Rolle. Man sah Neurochlitzer Frauen in Kittelschürzen auf dem Hänger von Burghard Petzel, sowie Landtechnik von Vater & Sohn Runge und den Wagen vom Landwirtschaftsbetrieb Wilfried Burghardt aus Neurochlitz. Den Abschluss bildete die Feuerwehrtechnik.

Seit vielen Monaten hat ein Festkomitee das Dorfjubiläum vorbereitet, unterstützt von vielen Rosowern. Die Arbeit hat sich gelohnt, wie das Festgetümmel beim bunten Programm am Nachmittag und Tanz bis in den Morgen zeigte. Mit einem Frühschoppen am Sonntag klang das Jubiläum aus.

An das Jubiläum erinnert eine Festschrift, die durch den Ortsbeirat mit Karl Lau, Udo Augustinat und Dieter Schröder herausgegeben wurde. Einen Überblick über die Geschichte Rosows entwickelten die Autoren Burkhard Lau (Unna), Karl Lau (Rosow), Karsten Scheller (Berlin) und Dietrich Seeliger (Hamburg). Die Festschrift lebt von Fotografien, Fakten und persönlichen Schilderungen einiger Dorfbewohner. Auch polnische Familien kommen zu Wort, die in Rosow ein neues Zuhause gefunden haben.

„Rosow war und ist seit Jahrhunderten Heimat für viele Menschen. Eine florierende Landwirtschaft mit ihren notwendigen Handwerksbetrieben und mit einem möglichen Wechsel zwischen Arbeit und Erholung an der Oder und auch an der Ostsee ließen ein blühendes Dorf gedeihen“, heißt es darin. Gleichwohl erinnert die Festschrift auch an traurige Kapitel der Dorfgeschichte. So zum Beispiel an den Zweiten Weltkrieg und die entbehrungsreichen Jahre zwischen 1945 und 1955. Zum Kriegsende war das Dorf zerstört, die Äcker der Bauern lagen brach, Flüchtlinge kehrten zurück, und Vertriebene suchten eine Bleibe. Dieses Kapitel der Dorfgeschichte ist nicht nur in der Festschrift nachzulesen. Es wird seit Juni 2007 auch in der Gedächtniskirche Rosow auf emotionale Weise erlebbar. Eine Ausstellung widmet sich dem Thema Flucht, Vertreibung und Neuanfang. Die Kirche ist aber auch Kulturstätte für Rosow

Und nach dem Festumzug ...

...kräftig wird bis in die Nacht gefeiert.

Deutsch-polnischer Gottesdienst
zum
Erntedankfest mit dem
Blechbläser-Ensemble Tegel+ 

Liturgen: Pfarrer Axel Luther, Berlin und
Ksiądz prof dr Cezary Korzec, Rosow
Lektoren: Dr. Elke Kaddatz, Schönfeld und Prof. dr Bogdan Matławski, Żabnica
Musikalische Leitung: Kantor Markus Fritz, Berlin

Am frühen Morgen des 30.09.2018 starteten wir unsere übergemeindliche Tagesfahrt nach Penkun und Rosow, die von Herrn Karsten Scheller großartig organisiert wurde.

Zunächst ging es nach Penkun, mit 1.100 Einwohnern die kleinste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Bürgermeister Bernd Netzel führte durch den Ort und zeigte uns die interessantesten Sehenswürdigkeiten, wie das mittelalterliche Schloss, die Altstadt und die Stadtkirche. Er berichtete von den ersten Maßnahmen in den 90er Jahren, als er sich gezielt für eine Kanalisation eingesetzt hatte, da vorher alle Abwässer direkt auf die Straßen flossen und dann natürlich ungefiltert in den umliegenden Gewässern landeten.

Vor der Stadtkirche wurden wir herzlich vom Pfarrer und der Gemeinde mit Brötchen und Kaffee begrüßt. Von Pastor Bernhard Riedel wurden wir in der Kirche auf ihre bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten hingewiesen, wir bestaunten die reichlich gespendeten Erntedankgaben der Einwohner und hörten ein kleines, sehr schönes Orgelkonzert. Dann ging es weiter zum Hauptziel dieses Tages, in den äußersten Nordosten Brandenburgs, ins kleine Örtchen Rosow, 3 km vor der polnischen Grenze gelegen. Ortsbürgermeister Karl Lau begrüßte uns ganz herzlich vor der hübschen Gedächtniskirche. Dieser Feldsteinbau aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde von 2005 bis 2007 mit EU-Mitteln vollständig renoviert und erhielt dabei den einzigartigen Turm aus Stahlstreben und viel Luft. Die Kirche ist heute Gedenkstätte für Flucht, Vertreibung und Neuanfang infolge des II. Weltkrieges.

Jetzt ging es richtig los. Die Frauen der Gemeinde (eventuell auch Männer?) hatten für uns eine sehr leckere Nudelsuppe gezaubert, dazu gab es Brötchen und Kaffee. Die Mahlzeit genossen wir in einem großen Zelt und freuten uns über das wundervolle Herbstwetter und die Kranichrufe am hohen Himmel.

Bis 14:00 Uhr hatten wir dann Zeit, die Kirche zu bewundern, auf den Kirchturm zu steigen und einen Blick ins Land und in den Himmel zu werfen, es war wundervoll, Um 14:00 Uhr hielten Pfarrer Axel Luther aus Berlin und Ksiadz prof dr Cezary Korzec aus Rosow einen ökumenischen Erntedank-Gottesdienst in Deutsch und Polnisch ab. Besonders beeindruckt und fast zu Tränen gerührt hat mich die Geschichte von Pfarrer Luther, als er erzählte, wie seine Mutter früher vor dem Anschneiden des Brotes das Kreuzzeichen auf dem Rücken des Brotes machte.Das erinnerte mich an meine Mutter, die ebenfalls so verfuhr und ich auch, als ich noch jung verheiratet war. Jetzt habe ich es mir wieder angewöhnt.

Das Blechbläser-Ensemble Tegel unter der Leitung von Markus Fritz begleitete den Gottesdienst stimmungsvoll. Nach dem Gottesdienst kamen wir aus dem Staunen nicht heraus. Im Zelt vor der Kirche waren unzählige, fantastisch aussehende Kuchen aufgebaut, die auf uns warteten. Ich hatte das Gefühl, jede Frau des kleinen Dörfchens hatte hier etwas gespendet. An dieser Stelle, meinen allerherzlichsten Dank, es war großartig und hat auch genauso geschmeckt. Mit vollem Bauch rollten wir danach noch durch den sehenswerten Ort und wurden um 16:00 Uhr durch die freistehende Kirchenglocke zurückgerufen, da noch ein kleines 30-minütiges Konzert der Bläser den Tag abrundete.

Abschließend möchte ich mich bei allen lieben Menschen bedanken, die uns diesen wundervollen Tag bereitett haben. Er war wirklich großartig und bleibt mir noch lange in bester Erinnerung.

Brigitte Hertel