Predigten

775 Jahre Rosow, Gottesdienst am 11. Mai 2018

Predigt (deutsch): Pfr. i. R. Oswald Wutzke

”Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2. Kor. 5, 17)

Liebe Freunde!
„Wenn ich an Rosow denke, in der Nacht, bin ich um meinen Schlaf gebracht!“ (Heine – gemeint war Deutschland)
Rosow – das verlorene Dorf;  Rosow, das Dorf, die Kirche im Zweiten Weltkrieg zerstört, der Turm der Kirche abgeschossen. Die Menschen haben den Ort verlassen, viele waren auf der Flucht. Im Zuge der Kollektivierung sind in den 50er und 60er Jahren weiter Menschen geflüchtet. Es war eben ein Grenzdorf.
Über Rosow gab es nicht viel Gutes zu berichten. Man erzählt, Messer und Gabel gab es nicht – schon aus Sicherheitsgründen. Pastoren haben sich nicht lange in Rosow aufgehalten. Probleme mit den Hühnern des Nachbarn wurden mit Rattengift, Luftgewehr oder mit dem Hund gelöst. Der Friede wurde nicht gewahrt. Viele, viele schöne, aber auch schlimme Geschichten!
Heute, liebe Freunde, danken wir Gott für diese schönen Tage in Rosow: Die Kirche wurde durch Dich, Karl Lau, mit anderen beherzten Frauen und Männern wieder aufgebaut. Der Kirchturm, ein Wahrzeichen, ragt weit ins Land; er ist ein Wahrzeichen besonderer Art. Gott sei Dank – diese alte, ehrwürdige Kirche, jetzt als Friedens- und Gedächtniskirche. Ich füge hinzu: Als Versöhnungskirche wird sie wieder genutzt für viele wunderbare Veranstaltungen, besonders der Musik. Gottesdienste – leider von der offiziellen Kirche nicht mehr gehalten – werden trotzdem gefeiert, z. B. im Frühsommer, zum Erntedankfest und Weihnachten. Leider viel zu wenig!
775 Jahre Rosow. Diese Geschichte ist wechselvoll, nicht immer ohne Leid und Leiden an den Menschen vorüber gegangen. Und die Kirche?  Sie war nicht immer an der Seite der Menschen in ihrer Not. Wir dürfen allerdings auch viel Gutes, die Hilfen der barmherzigen Liebe zu den Menschen nicht vergessen. Menschen – wie Martin Luther – waren auf der Suche: „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“
Reformation – welch’ eine Veränderung! Umbruch – Wende – Aufklärung! Der 30-jährige Krieg in Deutschland ... Zerstörungen, auch in Rosow ... die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundet ... das Versagen der Kirchen.
Kirche ist mitschuldig geworden. Sie hat um die Verfolgten fromme Sprüche geklopft, besonders um die der Juden, um die sie sich nicht gesorgt hat. ...
Kirche sollte immer für andere da sei. Wenn sie nicht für andere da ist, dann hat sie aufgehört, Kirche zu sein. Wir denken heute besonders auch und gerade an polnische Menschen – Maximilian Maria Kolbe, Janusz Korczak (Künstlername; eigentlich Henryk Goldszmit) – und an alle Märtyrer dieser Zeit. Wir denken an Martin Niemöller, Dietrich Bonhoeffer und andere.
Und heute? Die Aussöhnung, die Versöhnung darf nicht aufhören. Alte Geschichten werden zwar wieder und wieder hervorgeholt. Das hilft uns aber nicht weiter.
 

”Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Versöhnung ist nicht nur ein Wort. Es ist ein Geschehen:
Versöhnung geschieht, wenn

  • Menschen den Streit über Grenzen hinweg beenden,
  • einer zuerst die Hand reicht und um Entschuldigung bittet,
  • wir heute hier und jetzt gemeinsam über die Grenzen der Konfession und der Nation hinweg gemeinsam Gottesdienst feiern.

Wir als Menschen, wir als Völker brauchen den Geist der Liebe, der Versöhnung und des Friedens. Darum beten wir: „Schaffe in mit, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.“

Mehr denn je müssen wir Menschen für den Frieden dieser heute bedrohten Welt beten!

Es darf nicht vergessen werden: Du, lieber Bruder Cezary, hast dir mit deiner Gemeinde aus der Kneipe, aus dieser Gaststätte, aus dem Bierhaus ein Bethaus wunderbar hergerichtet.

Wir danken dir, Cezary Korzec, und dir, Karl Lau. Eure Namen stehen für viele andere. Wir brauchen den Mut und den Elan! Frustration und Mutlosigkeit dürfen keinen Raum einnehmen.

Rosow das vergessene Dorf? Nein! Nein! – Rosow, das Dorf, wurde wieder entdeckt! Das Alte ist vergangen, alles wird neu. Rosow ist heute kein Grenzdorf, es liegt mitten in Europa. Wir alle sind Europäer!

Möge Gott, der Herr, diesen Ort und seine Bewohnerinnen und Bewohner segnen. Wenn ich jetzt an Rosow denke in der Nacht, dann darf ich mit euch doch sagen: Gott, was hast du doch für ein Wunder vollbracht!

Amen.
 

Predigt (polnisch): Ksiądz prof. dr Cezary Korzec
Psalm 100

(Anmerkung: Für die Leser dieser Zeilen wurde die polnische Vorlage der Predigtgedanken vom Bearbeiter mit Hilfe des Google-Übersetzers ins Deutsche übertragen und im Absatz zur Geschichte Rosows zum besseren Verständnis ergänzt.  KS )

Nabożeństwo Rosow 775

Psalm 100
Psalm. Dziękczynienie.
1 Wykrzykujcie na cześć Pana, wszystkie ziemie;
2 służcie Panu z weselem! Wśród okrzyków radości stawajcie przed Nim!
3 Wiedzcie, że Pan jest Bogiem: On sam nas stworzył, my Jego własnością, jesteśmy Jego ludem, owcami Jego pastwiska.
4 Wstępujcie w Jego bramy wśród dziękczynienia, wśród hymnów w Jego przedsionki; chwalcie Go i błogosławcie Jego imię!
5 Albowiem dobry jest Pan, łaskawość Jego trwa na wieki, a wierność Jego przez pokolenia.

1 Wydarzenie, które jest początkiem wiary

Wiedzcie, że Pan jest Bogiem: On sam nas stworzył,
my Jego własnością, jesteśmy Jego ludem,
owcami Jego pastwiska. Psalm 100,3

 Ein Ereignis, das der Anfang des Glaubens ist
Wisse, dass der Herr Gott ist: Er hat uns erschaffen,
Wir sind sein Eigentum, wir sind sein Volk,
Schafe von seiner Weide. Psalm 100.3

Patrzymy wstecz na rok 1243 i traktujemy go jako moment aktu fundacyjnego. Mamy jednak świadomość, że przed tą datą miejscowość istniała i żyła. Treść tego dokumentu jednak mówi o tym sposobie życia, który stał się początkiem historii spisanej Rosow. Jest to historia wiary ogłoszonej przez św. Ottona na początku XII wieku i wiary przyjętej tu na Pomorzu.

Wir blicken auf  das Jahr 1243 zurück und behandeln es als den Moment der Gründungshandlung. Uns ist jedoch bewusst, dass das Dorf vor diesem Datum existierte und lebte. Der Inhalt eines Dokuments spricht nämlich davon, den Beginn der geschriebenen Geschichte Rosows vorzuverlegen,  und zwar auf den Beginn des 12. Jh., die Zeit (von zwei  Missionszügen) des heiligen Otto (Bischof von Bamberg)., durch den der christliche Glaube in Pommern verbreitet wurde.

2 Wiara jest wydarzeniem

dobry jest Pan, łaskawość Jego trwa na wieki,
a wierność Jego przez pokolenia Ps 100,5

Glaube ist ein Ereignis
der Herr ist gut, seine Liebe hält ewig,
und seine Treue für Generationen Ps 100,5

Wiara to nie plan ludzki; nie tylko plan ludzki. Jest ona ludzkim wysiłkiem odkrywania Bożych zamiarów. Ale też jest obecnością Boga w życiu człowieka. Tą obecnością, która sprawia cuda. Te prawdziwe cuda a nie cudowności. Cuda, które dokonały się tu w Rosow w przeszłość przez 775 lat i te całkiem współczesne. Są nimi nawrócenia, wybaczenie, pojednanie. Tak działa Bóg.

Glaube ist kein menschlicher Plan; nicht nur ein menschlicher Plan. Es ist eine menschliche Anstrengung, die Absichten Gottes zu entdecken. Aber es ist auch Gottes Gegenwart im menschlichen Leben. Diese Präsenz, die Wunder wirkt. Diese wahren Wunder, keine Wunder. Wunder, die hier in Rosów in der Vergangenheit seit 775 Jahren stattgefunden haben und die ganz modern sind. Sie sind Konvertierungen, Vergebung, Versöhnung. So funktioniert Gott.

3 Wiara, która jest dziękczynieniem

służcie Panu z weselem Ps 110,2

Glaube, der Dank ist
Diene dem Herrn mit der Freude von Psalm 110,2

Tylko prawdziwa historia rodzi wdzięczność. Dlatego poznanie historii, jej pielęgnowanie i jej zrozumienie jest tak ważne. Jesteśmy tu dla tych spraw, bo z tego zrodzi się w nas radość wdzięczności; Bogu za 775 lat historii Rosow i ludziom, którzy tę historię z jej blaskami i cieniami tworzyli.

Nur wahre Geschichte erzeugt Dankbarkeit. Deshalb ist es so wichtig, über Geschichte, ihre Pflege und ihr Verständnis zu lernen. Wir sind für diese Dinge da, weil daraus die Freude der Dankbarkeit in uns geboren wird; Gott für 775 Jahre Rosow Geschichte und für Menschen, die diese Geschichte mit ihrer Brillanz und ihren Schatten erschaffen haben.