Gedenksteineinweihung am 7.12.2002

Gedenkstein in Rosow feierlich enthüllt

Erinnerung an deutsche und polnische Flüchtlinge

Über 50 Menschen aus Rosow, der Umgebung und auch Berlin hatten sich eingefunden, um in Rosow an der Kirchmauer einen zwei Meter hohen Gedenkstein zu enthüllen. Dieser steht zur Mahnung und Erinnerung an das Schicksal von Millionen von Deutschen und polnischen Flüchtlingen, Vertriebene und Umsiedler des Zweiten Weltkrieges.

Spenden der Jagdgenossenschaft Rosow, Zuschüsse durch die Kirch- engemeinde Rosow und des Förderkreises Alten Kirchen  Brandenburg machten dieses Denkmal möglich. Unter den Anwesenden waren auch polnische Gäste, die Gartzer Amtsdirektorin Brigitte Günzel, Bernd Janowski vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin/Brandenburg, der Rosower Bürgermeister Karl Lau, Vorsitzender des Fördervereins Gedächtniskirche Rosow sowie Wolfgang Kaddatz aus der Nachba- rgemeinde Schönfeld, der selbst von der Vertreibung betroffen war.
“Wir haben uns heute hier in Rosow zusammengefunden, um einen Gedenkstein zu enthüllen, der uns und spätere Generationen an die Aussiedlung, besser gesagt Vertreibung von drei Millionen Polen und 14 bis 16 Millionen Deutschen erinnern soll", begann er seine einfühlsamen Ausführungen..

“Es soll daran erinnert werden, wieviel Herzleid, wieviel Willkür, Not und Leid die Menschen ertragen mussten", erinnerte er sich. In der Vergangenheit hätten sich die Politiker aller Staaten sehr schwer mit diesem Thema getan. „Besonders zu DDR-Zeiten waren diese Themen ein Tabu, ebenso in der Volksrepublik Polen", stellte Kaddatz fest.

Nun sei es an der Zeit, in einem vereinten Europa zusammenzuarbeiten. Das gelte auch für die Tschechoslowakei.

„Wir sollten und müssen unsere Geschichte wahrheitsgetreu aufarbeiten, denn der Zweite Weltkrieg ging nun mal von deutschem Boden aus", unterstrich er. In seiner Rede forderte Kaddatz, die Vorurteile gegenüber den osteuropäischen Völkern abzubauen. „Ich konnte mich selbst mit einer Gruppe aus Penkun bei einer Reise in die Masuren überzeugen, denn wir wurden überall herzlich aufgenommen", stellte er fest. In Rosow würde man eine würdige Stätte der Erinnerung und Vergebung finden.
Die Enthüllung des Gedenksteins ist ein weiterer Schritt zur Entwicklung des Projekts „Gedächtniskirche Rosow"