17. März 2018

Sobota/Samstag,  17. Marca/März  2018, 18:00 Uhr

Koncert/Konzert
W Salonie musycznym / Im Musiksalon

PER CRUCEM”
Pieśni i arie    Liedern und Arien   von: 
Giuseppe Verdi, Gabriel Faure, Andrew Lloyd Webber, John Rutter,  Edward Pałłasz, Ludomir Różycki …

Ogród Biblijny / Bibelgartena, Rosow, Dorfstr. 32

Mit ”Per Crucem“ war von ksiądz prof. dr hab. Cezary Korzec zu einem Liederabend in der Passionszeit am 17. März 2018 in die Räumlichkeiten seines Hauses ”Bibelgarten”, der ehemaligen Gaststätte in Rosow, eingeladen worden.

Etwa 50 Besucherinnen und Besucher – darunter 18 Deutsche – waren gekommen. Sie erlebten ein gut 1-stündiges Konzert, das musikalisch den 14 Stationen nachspürte, mit denen heute der Leidensweg Jesu von der Verurteiling bis zur Kreuzigung nicht nur beschrieben wird, sondern auch in seiner Bedeutung für die Gläubigen immer wieder aufs Neue bewusst gemacht werden soll.

Dieser sog. Kreuzweg, von dem nur 9 Stationen biblisch belegt sind, hat besonders in der römisch-katholischen Kirche eine lange Tradition. Er wird dort in den meisten Kirchen bildlich dargestellt und sehr häufig durch Prozessionen in der Passionszeit singend und betend nachverfolgt. In der evangelischen Kirche haben Kreuzweg-Betrachtungen, -Andachten oder -Konzerte – besonders am Karfreitag – erst in der neueren Zeit eine immer stärkere Bedeutung gewonnen.

Der Liederabend führte gleichsam ein ökumenisches Piublikum zusammen. Cezary Korzec hatte ihn sehr engagiert und mit großer Sorgfalt vorbereitet. Von ihm ausgewählte Bibeltexte, die einen Bezug zum Inhalt der einzelnen Lieder herstellten, wurden vor der jeweiligen Darbietung polnisch und deutsch vorgelesen. Gesungen wurden u. a. Stücke von

  • Felix Mendelssohn Bartholdy: Sopran-Arie „Jerusalem, die du tötest die Propheten“ aus dem Oratorium „Paulus“,
  • Mieczysław Karłowicz: Die Arien „ Smutną jest dusza moja“ (Meine Seele ist traurig) und „ Przed nocą wieczną (Vor der ewigen Nacht)“,
  • Johann Sebastian Bach: Sopran-Arie „ Bist du bei mir, geh’ ich mit Freuden zum Sterben“,
  • Gabriel Fauré: Sopran-Arie „Pie Jesu“ (Gütiger Jesus) sowie Bariton-Arie „Libera me Domine“ (Rette mich, Herr), beide aus dem Requiem op. 48, dem einzigen größeren Werk des Komponisten mit religiösem Inhalt,
  • Edward Pałłasz: 3 Lieder für Mezzosopran (Alt) „ Matki człowieczej lament“ (Mütter klagen),  „Homo viator" {Ein Reisender) und „Naucz mnie Panie" (Lehre mich, Herr),
  • Franz Schubert: Sopran-Arie „Vom Mitleiden Mariä“ und
  • Ludomir Różycki: „Aria Lukrecji z opery "Beatrix Cenci“ (Arie der Lukrecia aus der Oper "Beatrix Cenci“).

Dargeboten wurden die Lieder im Wechsel von Agata Brodzińska (Sopran), Angelika Naguszewska (Mezzosopran) und Ireneusz Naguszewski (Bariton). Alle Drei – besonders aber die beiden Sängerinnen – überzeugten stimmlich und durch die einfühlsame Interpretation ihrer Stücke. Am Flügel wurden sie überzeugend professionel von Małgorzata Wielgolinska begleitet.

Das Konzert endete an Stelle eines Gebets in beeindruckender Weise mit dem von ks. Korzec und den Künstlern angestimmten meditativen Taizé-Gesang: “Adoramus Te Christe” (Christus, wir beten dich an), in das dann auch alle Besucherinnen und Besucher einstimmten. Die konzentrierte Aufmerksamkeit während des Konzerts und die kurze Stille nach dem gemeinsamen Gesang lösten sich erst durch einen spontanen Applaus für die Künstler, denen von einem Jugendlichen aus der Gemeinde als Anerkennung und Dank eine Rose überreicht wurde.

Der Abend wurde mit intensiven Gesprächen bei Kaffee und Kuchen beschlossen, wozu Cezary Korzec eingeladen hatte. Ihm und seinen unsichtbaren Helferinnen und Helfern gilt an dieser Stelle ein besonderes Dankeschön. KS