Im Rahmen des Brandenburger Dorfkirchesommers 2019

30 Jahre Mauerfall

Sonnabend, 9. November 2019, 15:00 Uhr
Ökumenischer Gottesdienst 

mit Nachwuchsmusikern aus Penkun

Liturgin:
Stud. theol. Franziska Franke (Penkun)
Lektorin:
Heike Möser (Krackow)

Danach: Gedankenaustausch beim Kaffeetrinken
Kollekte erbeten

Musiker Tomasz Witkowski (Stettin) nach der Improvisation zum Eingang mit Liturgin Franziska Franke (Penkun) während der Begrüßung 

Eddy Bracht (Mescherin) bei der Lesung der Dankverse aus dem 36. Psalm

Liturgin Franziska Franke (Penkun) bei der Erklärung der beiden vorgesehenen Aktionen und bei ihrer Predigt

Der Ökumenische Gottesdienst zum 30. Jahrestag des Mauerfalls war in seiner Anlage ein besonderer Gottesdienst. 
Auf am Eingang verteilten Handzetteln wurden die Besucher/innen über den vorgesehenen Ablauf informiert.


Begrüßung
Lied: „Komm Herr segne uns…“ EG 170
Psalm 36, 6-10 EG 719
Aktion 1

 Erinnerungen an den Mauerfall
Lesung Epistel Römer 12, 9-22 
Glaubensbekenntnis 
Lied: „Wenn wir in höchsten Nöten sein..“ EG 366 
Predigt 
Lied: „Wind of change“ 
Aktion 2 

Bedeutung des Mauerfalls 
Lied: „Freiheit“ 

Fürbitte und Vater Unser 
Abschluss 

Danach galt der Gottesdienst nicht nur dem Gedenken, sondern er wollte die Gemeinde auch veranlassen, sich in zwei Aktionen das Geschehen persönlich noch einmal zu vergegenwärtigen und sich ihr Urteil über die Folgen bewusst zu machen. Dafür erhielten alle Besucher/innen die Möglichkeit, sich in jeweils 10 Minuten zu vorgeschlagenen Fragen persönliche Notizen als Erinnerungshilfe zu machen (Es war ausdrücklich nicht beabsichtigt, diese Notizen einzusammeln). Die Anregungen zur Beantwortung der Fragen waren auf der Rückseite der Handzettel vermerkt.

  1. Aktion
    ◆ Fragen: Was haben Sie am 09. Nov.1989 gemacht? Welche Gedanken und Gefühle hat der Mauerfall ausgelöst? Welche Konsequenzen haben Sie erwartet?
    ✦ Ziel: Auseinandersetzung mit der Erinnerung; Möglichkeit zur späteren Reflexion.
  2. Aktion
    ◆ Fragen: Wie sehen Sie die Wiedervereinigung nach 30 Jahren? Welche Vorteile ergaben sich persönlich für Sie durch den Mauerfall? Hat sich Ihr Bezug zur Kirche nach dem Mauerfall verändert?
    ✦ Ziel: Reflexion der damaligen Befürchtungen und Hoffnungen aus heutiger Sicht.

Die vorgesehenen Aktionen entwickelten sich nach kurzer Stillarbeit – erwartungsgemäß – sehr schnell zu einem intensiven Gedankenaustausch in den sich spontan bildenden Kleingruppen der Sitznachbarn. 
Gleich nach dem Ende des Gottesdienstes folgten einige Besucher*innen der ermutigenden Aufforderung von Franziska Franke, ihre Gedanken zu den gestellten Fragen öffentlich zusammenzufassen.
Das Wort ergriffen dazu: Pfr. Oswald Wutzke (Gartz), Landwirt Bernd Klänhammer (Penkun), Renate Scheller (Berlin), Karl Lau – Vorsitzender des Fördervereins (Rosow) und Pastor Bernhard Riedel (Penkun). Bei allen Redebeiträge waren aus den persönlichen Worten nahezu durchgehend die Freude über die Überwindung der Mauer und die gewonnene Freiheit sowie der anerkennende Dank für diesen besonderen Gottesdienst herauszuhören. 

Bemerkenswert:
Die Mitwirkenden im Gottesdienst – alles junge Erwachsene, die den Mauerfall selbst gar nicht erlebt haben, nämlich:  
Stud. theol. Franziska Franke (Penkun), die den Gottesdienst geleitet und verantwortet und in ihrer Predigt nach einem historischen Rückblick geschickt den Bogen zu dem zuvor gelesenen Auszug aus dem Römerbrief geschlagen hat.
Musiker Tomasz Witkowski (Stettin), der nicht nur die Gemeindelieder begleitet, sondern den Gottesdienst zum Beginn und zum Ende durch eigene Improvisationen bereichert hat,
Eddy Bracht (Mescherin) mit der Lesung der Dankverse aus dem 36. Psalm.
Heike Möser (Krackow), als Lektorin angekündigt, mit der Lesung der Epistel und
Gina-Marie Franke (Berlin), die das Fürbittengebet nach einer Vorlage von Pfr. Carsten Schäfer v. 31.07.19 gesprochen hat.
65 Menschen aus der Region - darunter 6 Jugendliche und 2 Kinder aus der Jungen Gemeinde in Penkun - haben diesen Gottesdienst gemeinsam gefeiert. • Bei Kaffee und Kuchen ergaben sich In informellen Gruppen nachher noch anregende Gespräche.

Pfr. i. R. Oswald Wutzke (Gartz) hebt bei seinem Redebeitrag besonders den Dank für die von Stud. theol. Franziska Franke ergriffene Initiative zur Feier dieses Gottesdienstes hervor.

Landwirt Bernd Klänhammer (Penkun) zieht bei seinem Vergleich mit der Situation in der Landwirtschaft seines Vaters eine i. W. positive Bilanz.

Renate Scheller (Berlin), die 1954 die DDR aus beruflichen Gründen verlassen hatte und seit 1966 in (West-)Berlin lebt, berichtet, wie sie und die Menschen in der geteilten Stadt den Mauerfall erlebt und wie sehr sie sich alle über das Wiedersehen mit den Angehörigen auf der anderen Seite der Mauer gefreut haben.

Der Vorsitzende des Fördervereins, Karl Lau, wies in seinem Redebeitrag in seiner ehemaligen Funktion als Ortsvorsteher besonders auf die Investitionen hin, die erst nach der Wende in größerem Umfang gegen den Zerfall zur Verbesserung der Infrastruktur durch das Programm "Aufbau Ost" ermöglicht wurden.