15. September 2019
Deutsch-Polnischer Gottesdienst

mit dem Bläserkreis an Kapernaum (Berlin)

Liturgen: Prälat Dr. Martin Dutzmann (Berlin) und Ksiądz prałat dr Jan Marcin Mazur (Stettin)

Lektoren: Holger Miethling (Gartz/O.) und Prof. dr Bogdan Matławski (Żabnica)

Musikalische Leitung: Pfarrer Michael Wille


15:15 Uhr: Kaffee und Kuchen
16:00 Uhr: Kleines Konzert (35 Minuten)

Predigt und Gebet von Prälat Dr. Martin Dutzmann

Kurzpredigt von Ksiądz prałat dr Jan Marcin Mazur

Einfrücke vom Besuchstag von Barabara Simon, Vorsitzende des GKR der Kapernaumgemeinde

Predigt und Gebet von Prälat Dr. Martin Dutzmann


Jesaja 2, 1-5
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus…

Liebe Schwestern und Brüder,

heute vor zwei Wochen jährte sich der deutsche Überfall auf Polen und mit ihm der Beginn des Zweiten Weltkrieges zum 80. Mal. Millionen Menschen – Zivilisten wie Soldaten – fielen diesem Krieg zum Opfer. Sie haben wir nicht vergessen und sie werden wir nicht vergessen. Sie sind uns eine stete Mahnung, uns für den Frieden in Europa und der Welt einzusetzen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben Polen und Deutsche sich ausgesöhnt. Das war nicht selbstverständlich und ist Grund zu großer Dankbarkeit. Aber die Welt insgesamt ist darüber nicht friedlicher geworden: Menschen fliehen aus der Hölle Syriens; im Jemen sterben Tausende, die wegen des Krieges keine Nahrung und keine Medikamente erhalten; der jüngste Staat der Erde, der Süd-Sudan, hat seit seiner Gründung vor acht Jahren kaum friedliche Tage erlebt; Afghanistan wird nahezu täglich von Anschlägen erschüttert. Und dann der Nahe Osten mit der nicht enden wollenden Spirale von Gewalt und Gegengewalt…

Viele Menschen bei uns wollen von Terror, Krieg und Gewalt nichts hören und lesen. Sie verschließen Augen und Ohren, schotten sich ab und sagen: „Wir haben doch mit uns selbst genug zu tun!“ Andere haben resigniert. Wehmütig erinnern viele sich der Friedensdemonstrationen in den achtziger Jahren und der Diskussionen beim Evangelischen Kirchentag 1983 in Hannover: „Ein Nein ohne jedes Ja zu Massenvernichtungsmitteln !“ stand auf den violetten Halstüchern zu lesen, die Tausende von Besuchern als Ausdruck ihrer Friedenssehnsucht und als Bekenntnis ihres Friedenswillens trugen. Andere denken an die Ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung in der DDR und die Impulse, die davon ausgingen. Das alles gibt es so nicht mehr. Viele, die damals dabei waren, seufzen heute: „Es ist alles so viel komplizierter als früher. Wo sich im Kalten Krieg zwei hoch gerüstete feindliche Blöcke gegenüber standen, ist heute alles in Bewegung geraten und unübersichtlich geworden. Wie soll man da noch wissen, was dem Frieden dient?“

Dass Menschen sich vor Gewalt und Terror in der ganzen Welt abschotten und angesichts des Unfriedens in der Welt resignieren, mag verständlich sein. Auf Jesus Christus können sie sich jedoch nicht berufen . Der hat klar und deutlich gesagt: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen!“ Der Friede auf Erden muss also jedem Christenmenschen ein Herzensanliegen sein. Aber was können Christinnen und Christen heute für den Frieden tun? Wie können sie Friedensstifter sein?

Zunächst einmal können Christen von Gottes kommendem Friedensreich erzählen. Das schildert der heutige Predigtabschnitt aus dem Buch des Propheten Jesaja. Ich lese die ersten fünf Verse des zweiten Kapitels:

(Lesung des Predigttextes)

Was für eine großartige Friedensvision ist das! Schon der Ort ist bemerkenswert: „Der Berg, da des HERRN Haus ist “. Liebe Schwestern und Brüder, das ist genau jener Ort, auf den die Welt immer wieder schaut und den Atem anhält, weil Juden und Muslime ihn als heiligen Ort beanspruchen. Der Tempelberg in Jerusalem ist zum Symbol für Unfrieden und Unversöhnlichkeit geworden. Und nun sieht der Prophet Jesaja, dass sich „zur letzten Zeit“ genau dort alle Völker der Welt friedlich versammeln und nach Gottes Weisungen fragen werden. Gottes Weisungen, von denen es in den Psalmen heißt, dass sie Licht und Leben bedeuten. Der Ort, der heute ein Symbol des Nichtverstehens und der Gewalt ist, wird zu dem Ort werden, wo die Menschen Gott und einander verstehen und Frieden stiften: „Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. “ Und dieser Friede wird keine Episode sein, sondern ein dauerhafter Friede: „Sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“

Liebe Schwestern und Brüder, an Gottes kommendes Friedensreich zu erinnern, das ist es, was wir Christen in dieser friedlosen Welt tun können und sollen. So protestieren wir gegen Krieg und Gewalt und erklären unmissverständlich: Krieg, Terror und Gewalt sind nicht zwangsläufig und schon gar nicht wird der Unfriede ewig andauern.

Aber, ach, schon erscheinen die Skeptiker und die Kritiker auf der Bildfläche: „Was seid ihr Christen doch für Traumtänzer! Noch nie sind Schwerter unter den Hammerschlägen eines Schmiedes zu Pflugscharen geworden. Nur als Symbolhandlung christlicher Pazifisten hat es das mal gegeben – beim DDR-Kirchentag 1983 in Wittenberg. Nein, es wird immer Krieg geben, und Realismus und Verantwortung gebieten es, sich darauf einzustellen.“

In einem haben die Kritiker und Skeptiker Recht: Auch Christen erleben Krieg, Terror und Gewalt, und manchmal lässt sich Gewalt nur gewaltsam verhindern oder eindämmen. Deshalb gibt es nicht wenige Christinnen und Christen, die Polizei und Militär bis auf weiteres für notwendig halten, und deshalb entschließen sich auch Christen, Dienst an der Waffe zu tun. Aber kein Christ darf sich mit dem Unfrieden auf der Welt abfinden. Gott selbst findet sich nämlich nicht damit ab, dass Menschen aufeinander losgehen, einander das Leben zur Hölle machen, einander erschlagen , erstechen oder erschießen. Das führt uns die Vision des Propheten Jesaja in aller Deutlichkeit vor Augen.

Die Friedensvision des Jesaja belässt es aber nicht dabei, Gottes kommendes Friedensreich in leuchtenden Farben auszumalen. Am Schluss steht ein Appell . Oder ist es eher ein Lockruf? „Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!“

Da auch wir Christen uns angesprochen wissen – wir glauben ja an denselben Gott wie das Haus Jakobs, also Israel – fragen wir: Wie können wir im Licht des Herrn wandeln? Wie können wir die Welt heute sehen, hören und spüren lassen, dass Krieg und Gewalt nicht das letzte Wort haben werden? Antwort: Wir wandeln im Licht des Herrn, wenn wir erstens für den Frieden beten, wenn wir zweitens Geschichten von geglückter Versöhnung erzählen und wenn wir drittens die Politik an ihre Friedensverantwortung erinnern.

Erstens: Für den Frieden beten. Das geschieht zum Beispiel Woche für Woche, wenn freitags in den so genannten Nagelkreuzgemeinden das Versöhnungsgebet von Coventry gebetet wird. Am 14. November 1940 wurde die englische Stadt Coventry von der deutschen Luftwaffe angegriffen. 550 Menschen starben, die Schäden waren verheerend. Auch die spätmittelalterliche St. Michael‘s Kathedrale wurde zerstört. Die Antwort der englischen Christen war jedoch nicht der Ruf nach Vergeltung sondern das Angebot der Versöhnung. Der damalige Dompropst Richard Howard ließ aus drei großen Zimmermannsnägeln, die man in den Trümmern gefunden hatte, ein Kreuz herstellen. Dieses Nagelkreuz ist heute das Kennzeichen der so genannten Nagelkreuzzentren auf der ganzen Welt. Die Nagelkreuzzentren sind durch den Willen zu Frieden und Versöhnung miteinander verbunden. Der drückt sich besonders im Versöhnungsgebet von Coventry aus. Es hat folgenden Wortlaut:


Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse, Vater, vergib.
Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist, Vater, vergib.
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet, Vater, vergib.
Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der Anderen, Vater, vergib.
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge, Vater, vergib.
Die Entwürdigung von Frauen, Männern und Kindern durch sexuellen Missbrauch, Vater, vergib.
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott, Vater, vergib.
Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, wie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus.

Zweitens: Geschichten von geglückter Versöhnung erzählen. Geschichten von geglückter Versöhnung machen Mut. Sie stärken den Glauben daran dass Frieden nicht erst „zur letzten Zeit“ sondern bereits heute möglich ist. Eine solche Geschichte ist die von Coventry und den Nagelkreuzzentren. Die Versöhnungsgeschichte, die ich besonders gern erzähle, handelt von der Nichtregierungsorganisation parents circle families forum in Israel. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um Eltern (parents). Eltern von israelischen und von palästinensischen Kindern und Jugendlichen, die von der je anderen Partei im Nahost-Konflikt getötet wurden. Als ich mit einer Besuchergruppe vor einiger Zeit in Israel war, hatten wir Gelegenheit, zwei Vertreter von parents circle families forum kennenzulernen, zwei Väter, die jeder eine Tochter verloren hatten. Die vierzehnjährige Tochter des israelischen Vaters war bei dem Selbstmordattentat eines Palästinensers auf offener Straße ums Leben gekommen. Der palästinensische Vater betrauerte seine siebenjährige Tochter, die auf dem Schulweg von einem israelischen Soldaten erschossen worden war. Beiden hat der Schmerz das Herz zerrissen. Aber beide haben nicht die naheliegende Konsequenz gezogen und neben Schmerz und Trauer auch den Hass in ihr Herz einziehen lassen. „Hass und Vergeltung bringen uns unsere Kinder nicht zurück und verhindern nicht, dass andere Eltern dasselbe erleiden müssen wie wir. Im Gegenteil! Dieses Schicksal können wir anderen Vätern und Müttern nur ersparen , wenn wir einander begegnen, einander die Hand reichen und gemeinsam für Frieden und Versöhnung im Heiligen Land eintreten.“ Die beiden Männer haben dieser Einsicht Taten folgen lassen. Sie haben sich mit anderen palästinensischen und israelischen Eltern und nahen Angehörigen von Opfern des Konfliktes zusammengetan und verantworten gemeinsam eine beeindruckende Friedens- und Versöhnungsarbeit. Darüber sind die beiden Männer übrigens unzertrennlich geworden… - Es gibt nicht wenige solcher Versöhnungsgeschichten, sicherlich kennen auch Sie eine. Solche Geschichten machen Mut, sie wollen, sie müssen erzählt werden, damit möglichst viele Menschen zu der Einsicht kommen: Frieden ist möglich, und es lohnt sich, für den Frieden zu arbeiten und zu kämpfen.

Drittens: Die Politik an ihre Friedensverantwortung erinnern. In einer Demokratie können die Regierten unmittelbar Kontakt zu den regierenden aufnehmen. Jeder Bundes- und Landtagsabgeordnete hält Bürgersprechstunden oder ist bei Veranstaltungen und Festen ansprechbar. Wir Christen sollten solche Gespräche suchen. Unter anderem sollten wir nach deutschen Rüstungsexporten fragen. Und wir sollten darauf bestehen, dass hier strengste Maßstäbe angelegt werden. Panzer und Gewehre sind keine x-beliebigen Verbrauchsgüter wie Kühlschränke oder Fahrräder. Rüstungsgüter werden produziert, um Menschen verletzen oder töten zu können. Sie dürfen deshalb unter keinen Umständen in Kriegs- und Spannungsgebiete geliefert werden. Dass dadurch Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie gefährdet werden, kann angesichts der Gefahr für Leib und Leben von Menschen kein Argument sein.


Lasst uns, liebe Schwestern und Brüder, für den Frieden beten; lasst uns Geschichten von geglückter Versöhnung erzählen und lasst uns die Politik an ihre Friedensverantwortung erinnern. Kurzum: „Lasst uns wandeln im Licht des HERRN.“ Am Ende unseres Weges werden auch wir schauen, was der Prophet Jesaja sah: „Zur letzten Zeit werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“

Und der Friede Gottes…

Fürbitten:

Du Gott des Friedens,

wir danken dir, dass du dich in Jesus Christus mit uns versöhnt hast und dass du die Welt zum Frieden führen willst.

Wir bitten dich für alle, die sich zur Stunde in Kellern und Bunkern verstecken müssen, um nicht von Geschossen getroffen zu werden: Sei bei ihnen in ihrer Angst und beschütze sie.

Wir bitten dich für alle, die unter den Folgen von Krieg und Gewalt zu leiden haben: Lindere ihr Leid und ihre Schmerzen und schenke ihnen neue Freude am Leben.

Wir bitten dich alle, die vor dem Krieg geflohen sind und Schutz in fremden Ländern suchen: Lass sie auf Menschen treffen, die sie willkommen heißen und ihnen zuhören.

Wir bitten dich ganz besonders für die Menschen in Polen und Deutschland: Hilf uns, dass wir weiterhin den Weg des Friedens und der Versöhnung gehen.

Wir bitten dich für alle, die für den Frieden arbeiten: Schenke ihnen Kraft und Mut und lass sie an ihrer Aufgabe nicht verzweifeln. 

Um das alles bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

 


Kurzpredigt von Ksiądz prałat dr Jan Marcin Mazur zu Jesaja 2, 1-5 im

Deutsch-polnischen Gottesdienst in der Gedächtniskirche Rosow am 15. Sept. 2019

Liebe Schwestern und Brüder im christlichen Glauben, Hochwürdiger Pastor,

Dziękujemy serdecznie tutejszej wspólnocie za zaproszenie nas do wspólnej ekumenicznej modlitwy. W LXXX rocznicę wybuchu straszliwej wojny modlitwą ogarniamy wszystkie ofiary tego kataklizmu i błagamy Wszechmogącego Boga o miłosierdzie dla całego świata. Chrześcijaństwo jest religią pojednania, modlimy się więc o pokój między Niemcami a Polakami.

Siostry i Bracia, wysłuchaliśmy z należytą uwagą uroczystej proklamacji Słowa Bożego zapisanego w drugim rozdziale Księgi Izajasza. Prorok zapowiada narodziny Mesjasza, Księcia Pokoju i obiecuje, że ludzie przekują miecze na lemiesze. Jezus Chrystus w Ewangeliach odwołuje się najczęściej do tego proroka. Wspominając tragiczne dni września 1939 roku w kontekście orędzia Proroka Izajasza warto przypomnieć inne znamienne wydarzenie, które miało miejsce LXX lat temu. W Qumran, na Pustyni Judzkiej w okolicach Morza Martwego arabski pasterz przypadkowo(?) odkrył bezcenne manuskrypty spisane przez tamtejsza wspólnotę religijną oczekującą przyjścia Mesjasza. Warto przypomnieć, że wśród tych zwojów spisanych w języku hebrajskim, greckim i aramejskim znaleziono także manuskrypt zawierający w całości tekst Księgi Izajasza. Słowa, które przyszły do nas z nieba na 2000 lat zostały przysypane piaskami pustyni. Przed 70 laty, krótko po zakończeniu ostatniej wojny, zostały jakby na nowo ofiarowane przez Opatrzność całej ludzkości. Dzisiejszy dzień, jakże bogaty słonecznym światłem i ciepłem, ozdobiony naszymi modlitwami to prawdziwy dzień chwały i radości w Panu. Hic est Dies Gloriae.

Łacina jest językiem chrześcijańskiej Europy. W tym języku pisał i modlił się reformator Marcin Luter. Pozwólcie zatem Siostry i Bracia, że w tym języku wyrażę swoje życzenia:

Pax temporibus nostris 
Fiat Pax in Germania
Fiat Pax in Polonia
 

Übertragung des polnischen Textes ins Deutsche 
von Karsten Scheller 
mit Verwendung des Google Übersetzers

Liebe Schwestern und Brüder im christlichen Glauben, Hochwürdiger Pastor,

Vielen Dank der örtlichen Gemeinde für die Einladung zum gemeinsamen ökumenischen Gebet. Zum 80. Jahrestag des Ausbruchs des schrecklichen Krieges umarmen wir alle Opfer dieser Katastrophe mit Gebet und bitten den allmächtigen Gott um Gnade für die ganze Welt. Das Christentum ist eine Religion der Versöhnung, deshalb beten wir für den Frieden zwischen Deutschland und Polen.

Schwestern und Brüder, wir haben der feierlichen Verkündigung des Wortes Gottes zugehört, die im zweiten Kapitel des Buches Jesaja niedergelegt ist. Der Prophet verkündet die Geburt des Messias, des Friedensfürsten und verspricht, dass die Menschen Schwerter zu Pflugscharen schmieden werden. Jesus bezieht sich in den Evangelien am häufigsten auf diesen Propheten. In Erinnerung an die tragischen Tage des Septembers 1939 im Zusammenhang mit der Botschaft des Propheten Jesaja ist ein weiteres bedeutendes Ereignis zu erwähnen, das vor 70 Jahren stattfand. In Qumran, in der judäischen Wüste in der Nähe des Toten Meeres, entdeckte ein arabischer Hirte zufällig wertvolle Manuskripte, die von einer Religionsgemeinschaft verfasst wurden, die auf das Kommen des Messias wartete. Es sei daran erinnert, dass unter diesen in Hebräisch, Griechisch und Aramäisch verfassten Schriftrollen auch ein Manuskript gefunden wurde, das den gesamten Text des Buches Jesaja enthält. Die Worte, die uns 2000 Jahre lang vom Himmel kamen, wurden im Sand der Wüste vergraben. Vor 70 Jahren, kurz nach dem Ende des letzten Krieges, wurden sie wieder von der Vorsehung der gesamten Menschheit geopfert. Der heutige Tag ist so reich an sonnigem Licht und Wärme, geschmückt mit unseren Gebeten, ein echter Tag der Herrlichkeit und Freude im Herrn. Hic est Dies Gloriae.

Latein ist die Sprache des christlichen Europas. Der Reformator Martin Luther schrieb und betete in dieser Sprache. Lasst mich euch helfen, Schwestern und Brüder, in dieser Sprache:

Pax temporibus nostris
Fiat Pax in Germanien
Fiat Pax in Polen